Heute vor…

Eduard Glaser

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112 Jahren starb Eduard Glaser

Der österreichische Orientalist Eduard Glaser ist kaum bekannt, weder von einem breiten Publikum noch in der wissenschaftlichen Welt. Nur wenigen Orientalisten ist dieser Name ein Begriff.

Eduard Glaser hat auf der arabischen Halbinsel geforscht ist aber keineswegs mit Carsten Niebuhr oder Wilfried Thesinger vergleichbar. Vielleicht liegt es daran, dass sein Leben abseits der Wissenschaft noch rätselhaft ist. Wer war also Eduard Glaser, dessen innigster Wunsch seit Kindheitstagen war ein Wissenschaftler zu werden? Woher kam er? Woher kam seine Faszination für Arabien? Wie hat er sich auf ein Forscherleben vorbereitet? Wie hat er seine Forschungen finanziert? Leider ist es noch heute sehr schwierig Glasers Leben zu rekonstruieren, besonders seine Kindheit und Jugend.

Eduard_Glaser

Eduard Glaser (wikipedia)

Derjenige, der von sich selbst sagte: „Da ich kein Gelehrter bin…“ war ein Einzelgänger und Autodidakt, ein Nicht-Akademiker, der posthum ein Heer von Wissenschaftlern beschäftigt.

Seit ich 2008 ans Institut für Orientalistik an der Universität Wien kam, beschäftige ich mich mit Eduard Glasers Leben. Seine Schriften sind heute noch die Basis vieler Forschungen im Bereich Altsüdarabien (Jemen, südliches Saudi-Arabien und Oman). Ich interessiere mich mehr für das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen. Mehr zu Eduard Glasers Leben und seinen Reisen in den Jemen befinden sich auf meiner wissenschaftlichen Seite.

 

Diesmal ein Blogbeitrag, der sich nicht mit antiken Essen beschäftigt. Aber mit einem Teil meiner wissenschaftlichen Arbeit. Viel Spaß beim Lesen!

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Reise nach Arabien

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113 Jahren begann ein spannendes Abenteuer

„Mission en Arabie“ ist ein noch heute sehr wichtiges Werk in der Arabienforschung. Geschrieben wurde es von zwei Dominikaner Mönche, Antonin Jaussen und Raphael Savignac. Am 1. März 1907 fing ihre Reise in den Norden des heutigen Saudi Arabien an. Das Werk wurde in drei Teilen 1909, 19020 und 1922 zum ersten Mal veröffentlicht. In den 90er Jahren des 20. Jh. wurde es neuverlegt und erst 2017 ins Arabische übersetzt. Das herausragendste an dieser Publikation sind die ersten Fotografien, die in Tayma erstellt wurden.

© Monamy

Antonin Jaussen, geb. Joseph Marie Jaussen am 27. Mai 1877 in Frankreich, war ein Dominikaner Mönch, Ethnologe und Archäologen auf den Nahen Osten spezialisiert. Er kam 1890 nach Jerusalem in die neu gegründete École Biblique de Jérusalmen und entkam somit dem Militärdienst. Diese Einrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung des Heiligen Landes und der biblischen Texte. Ihr Spezialgebiet ist die Erforschung der biblischen Schriften im Vergleich zu den biblischen Örtlichkeiten. Die Forschungseinrichtung wurde 1920 vom französischen Staat anerkannt. Die wohl berühmteste Publikation ist die Jerusalemer Bibel. Diese Bibelübersetzung hat wegen ihrer literarischen Qualität und textkritischen Strenge bis heute international große Beachtung gefunden. Ins deutsche wurde sie erst 1968 übersetzt. Ein weiterer Schwerpunkt der École Biblique de Jérusalem ist das Erlernen orientalischer Sprachen (u.a. Arabisch, Hebräisch, Aramäisch, Sabäisch, usw…). Jaussen unterrichtete ebenfalls an dieser Schule, die er ab 1908 leitete. 1928 geht er nach Kairo, wo er mit dem Dominikaner Mönch M.-D. Boulanger, ein weiteres Forschungsinstitut mit Schwerpunkt Ägyptologie (Institut dominicain d’études orientales) gründet. Während dem Ersten Weltkrieg wird er Geheimdienst-Offizier in den französischen Truppen der Levante. In dieser Funktion lernt er Lawrence von Arabien und Emir Faysal kennen. Er ist jedoch ziemlich kritisch gegenüber der Unabhängigkeitspläne der Araber. Aus gesundheitlichen Gründen kehrt er 1959 nach Frankreich zurück, wo er 1962 mit 91 Jahren stirbt.

Antoine Raphael Savignac wurde 1874 ebenfalls in Frankreich geboren. Er war Archäologe und Fotograf. Er kam 1893 in die École Biblique de Jérusalem, wo er in späteren Jahren unterrichtete. Forschungsreisen mit Jaussen unternahm er sehr früh nach Petra, in die Negev Wüste und nach Palmyra. Savignac war zwischen 1935 und 1940 Direktor der Forschungseinrichtung.

© http://ifpo.hypotheses.org/5261                                                       Links R. Savignac und rechts A. Jaussen

Die Arabienreise hatte als Ziel die Nabatäer Stadt Hegra, das moderne Madain Saleh. Sie fotografieren aber auch die angrenzenden Ortschaften Tayma und al-Ula, die bis dahin nur von Skizzen bekannt waren. Jaussen war auf seinen vielen Reisen in der Levante und in Arabien sehr wichtig nicht zu konvertieren. Er wollte nur die Völker verstehen. Das Werk „Mission en Arabie“ ist die erste bildliche Dokumentation über ein Gebiet, das damals sehr schlecht erkundet und fast unbekannt war. Noch heute, verwenden Archäologen ihre Schriften, um die Forschung im nördlichen Saudi-Arabien voranzutreiben. Dass das Werk erst 2017 ins Arabische übersetzt wurde unterstreicht dies noch mehr.

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Suezkanal

 

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150 Jahren fuhr das erste Schiff durch den neu eingerichteten und eingeweihten Suezkanal (17.11.1869).

Der Wunsch das Mittelmeer mit dem Roten Meer zu verbinden ist ein altes Projekt,  das unterschiedliche Formen über die Jahrhunderte annahm. Auch wenn der Verlauf oft verändert wurde, das Ziel blieb immer gleich: die Herstellung einer Wasserverbindung zwischen zwei Meeren und um den Fernhandel zu kontrollieren.

Cartedimensions[1]

Deshalb sollte es keinen überraschen, dass die ersten Versuche eine Wasserverbindung im alten Ägypten entstanden. Bereits in pharaonischer Zeit ist eine schiffbare Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem roten Meer angelegt worden, der sog. „Antike Suezkanal“. Dieser hatte mit dem heutigen Kanal jedoch nur den südlichen Abschnitt gemein, die Zufahrt erfolgte über den östlichsten Nilarm und das Wadi Tumilat.

Bubastiskanal

In der Neuzeit wurden bereits unter Mohammed Ali Pascha (1805-1848) immer wieder Pläne zur Errichtung einer Wasserstraße durch den Isthmus diskutiert, wobei besonders Österreich unter Staatskanzler Metternich im Interesse des österreichischen Levantehandels großes Interesse an dem Projekt zeigte. Als unter dem Vizekönig Said Pascha und der Leitung von Ferdinand de Lesseps schließlich tatsächlich mit dem Bau des Kanals begonnen wurde, legte man die Pläne des Südtiroler Ingenieurs Alois Negrelli zugrunde. Der Triestiner Financier Baron Pasquale Revoltella wurde zum Vizepräsidenten der Kanalgesellschaft berufen. Durch den Tod sowohl Negrellis als auch Revoltellas vor der Fertigstellung des Kanals verblasste die Erinnerung an die wichtigen Beiträge dieser Männer zur Geschichte des Kanals, obwohl Kaiser Franz Joseph als einziger regierender Monarch an der Eröffnung teilnahm. Im technischen Museum in Wien haben sich die Tagebüchervon Alois Negrelli und dem Wasserbauingenieur Carl Juncker erhalten.

Der wissenschaftliche Verein  „Egypt and Austria“ veranstaltet in Kooperation mit der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums zu diesem Anlass einen Studientag im KHM. Die Veranstaltung erfolgt mit der freundlichen Unterstützung des Kulturbüros der ägyptischen Botschaft in Wien.

EgypteAncienne

150 Jahre Suez Kanal – Ein Studientag im KHM            Sonntag 17. November 2019 10:00 bis 18:00 Uhr, Vortragsraum des KHM

10.00-10.30 Eröffnung

10.30-11.00 Walter Sauer: Globale und regionale Implikationen des Suezkanals

11.00-11.30 Roman Gundacker: Zwischen zwei Meeren und zwischen zwei

Kontinenten: Verkehrswege am Isthmus von Suez in der Antike

11.30-12.00 Miroslav Šedivy: Metternich und der Suezkanal

12:00-12.30 Vesna Kamin-Kajfez: Baron Pasquale Revoltella and His Role in The Suez Canal Company

12.30-14.00 PAUSE

14.00-14.30 Johanna Holaubek: Die Reise von Kaiser Franz Josef zur Eröffnung des Suezkanals

14.30-15.00 Josef Hudec: The travel of Count Apponyi to the Opening of the Suez Canal

15.00.15.30 Ernst Czerny: Der Reisebericht von Carl Junker im Dienste der Société d’Etude du Canal de Suez, 1847

15.30-16.00 PAUSE

16.00-16.30 Christofer Timmermann: Die Österreichische Japan-Expedition und der Suezkanal

16.30-17.00 Maximilian Hartmuth: Architekturnetzwerke zwischen Ägypten und

Mitteleuropa um 1870: Repräsentationsbedürfnis als Katalysator

transkontinentalen Kulturaustauschs

17.00-17.30 Salvatore Bono: Der Kanal von Suez zwischen Italien und Österreich

17.30-18.00 Diskussion und Verabschiedung

17.11.2019

 

 

 

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