Beiträge mit dem Schlagwort: Altes Ägypten

Neujahrsfest

Für dich ausgegraben… das Neujahrsfest

Viele Menschen auf der ganzen Welt feiern am 1. Jänner das neue Jahr. Der Kalender ändert sich, wir schreiben ein neues Jahresdatum und hoffen auf ein besseres kommendes Jahr. Viele feiern und wissen nicht mehr so recht was eigentlich gefeiert wird. Dieses Fest ist nicht neu. Das neue Jahr wurde schon in vielen vergangenen Epochen und Zivilisationen gefeiert. Nur nicht immer am 1. Jänner. Tatsächlich feierten schon unsere Vorfahren egal wo auf der Erde den Beginn eines neuen Jahres.

Im alten Ägypten fing das neue Jahr mit dem Beginn der Überflutung des Nils an, das meistens auch vom Aufstieg des Sterns Sirius begleitet wurde. Für die Phönizier, sowie den Perser, galt der 1. Tag des Jahres der Tag der Frühlings-Tagundnachtgleiche. Die Griechen wiederum feierten das neue Jahr an der Wintersonnenwende.

Die ältesten Schriftzeugnisse über ein Neujahrsfest stammen aus Babylonien. Für die Babylonier wurde am ersten Neumond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche die Wiedergeburt der natürlichen Welt gefeiert. Laut unserem gregorianischen Kalender würde dieser Tag Ende März fallen. Dieses Fest hieß „Akitu“ und dauerte 11 Tage, an denen jeweils ein anderes Ritual vollzogen wurde. Akitu ist ein Sumerisches Wort für „Gerstenaussaat“. Durch schriftliche Quellen wissen wir, dass Götterstatuen durch die Straßen der Stadt Ur getragen und spezifische Reinigungsrituale durchgeführt wurden. Die Babylonier glaubten, dass die Welt symbolisch von den Göttern gereinigt wurde und bereiteten sich auf das neue Jahr und die Rückkehr des Frühlings vor. Neben dem religiösen Hintergedanke, diente  das Fest auch einem wichtigen politischen Zweck: während dem Akitu-Fest wurde der neue König gekrönt oder das göttliche Mandat des herrschenden Königs erneuert. Die Feierlichkeiten zum Akitu-Fest überdauerten Jahrhunderte und wurden sogar über die Grenzen Babylons hinaus mitgenommen. Der mesopotamische Kalender war in 12 Monate zu je 30 tagen eingeteilt. Der Tag begann am Abend bei Sonnenuntergang. Es gab nur zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter.

Das römische Neujahrsfest entsprach ursprünglich auch der Frühlings-Tagundnachtgleiche.  Der Tradition nach wurde der Kalender von Romulus im 8. Jh. v. Chr. geschaffen. Es gab 10 Monate zu 30 Tagen. Der erste Monat war März,  da die Feldarbeit und die Kriege nach der Winterpause wieder aufgenommen wurden. Im Laufe der Zeit wurde der Kalender jedoch nicht mehr mit der Sonne synchronisiert, und 46 v. Chr. beschloss Kaiser Julius Cäsar, das Problem zu lösen: Nach Rücksprache mit den bedeutendsten Astronomen und Mathematikern seiner Zeit führte er den julianischen Kalender ein. Dieser basiert auf die Sonne und wird heute noch verwendet. Weiteres gehörte zur Reform die Einführung des 1. Jänner als ersten Tag des Jahres, zu Ehren des Namensgebers des Monats „Janus“. Janus, der Gott der Veränderung und des Neubeginns, konnte durch seine zwei Gesichter in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken. Der Begriff Kalender kommt vom lateinischen kalendae, Name des ersten Tages im Monat.

Im mittelalterlichen Europa wurden die Feierlichkeiten um den 1. Jänner jedoch als heidnisch angesehen und dementsprechend unchristlich. Sie wurden auf einem Tag mit religiöser Bedeutung, dem 25. Dezember oder dem 25. März (Fest der Verkündung) verschoben. Bis ins 17. Jh. n. Chr. galt in vielen europäischen Ländern auch der 6. Januar als Jahresbeginn.

Während der französischen Revolution wurde ein neuer Kalender eingeführt. Verwendet wurde er erst zwischen 1792 und 1806. Nach der Erstürmung der Bastille (Gefängnis in Paris) 1789 wurde der französische Revolutionskalender in Jahre der Freiheit, Gleichheit und Republik eingeteilt. Napoleon führte den gregorianischen Kalender wieder ein. Im Privatleben hatte er sich kaum durchgesetzt. Alle offiziellen Dokumente wurden dennoch nach diesem Kalender datiert. Warum wurde ein neuer Kalender eingeführt? Die Revolution trennte Staat und Kirche und der neue Kalender sollte ebenfalls keinen christlichen Bezug mehr haben. Die Woche wurde nach dem Dezimalsystem in 10 Tagen eingeteilt. Eine freien Tag gab es erst am 10. Tag! Es gab einen Tag zu 10 Stunden. 1h hatte 100 Minuten und 1 Minute wurde in 100 Sekunden unterteilt. Neue Uhren herzustellen hätte aber nur mit hohen Kosten verbunden werden können und so trat diese Zeiteinteilung nie in Kraft.

 

Das „Akitu“-Fest wird als Frühlingsfest von einigen religiösen Minderheiten und ethnischen Gruppen im Nahen Osten (Assyrer, Aramäer, usw…) noch heute gefeiert. Es findet am 21. März statt und wird hauptsächlich als kulturelles und politisches Fest angesehen.

 

Prosit Neujahr!  Die besten Wünsche für 2020.

 

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M wie …

Mumie

Eine Mumie ist die Überreste eines Menschen oder eines Tieres, die vor der Verwesung geschützt wurde. Dieser Schutz kann sowohl gewünscht sein (Mumifizierung) oder zufällig bzw. von selbst auf natürlichem Weg passieren (Mumifikation). Eine Mumie entsteht wenn die Zerstörung durch Bakterien, Insekten und Selbstauflösung abgestorbener Körperzellen (Autolyse) unterbunden werden kann.

Bei der Mumifikation muss die Umgebung entweder sehr trocken sein, oder ständig mit Luft durchströmt sein, damit die Feuchtigkeit verdunstet, oder konstant unter dem Gefrierpunkt sein oder auch ziemlich säurehaltig, wie in einem Moor. Beispiele für Mumifikation sind „Ötzi“, der „Tollund-Mann“ und Mumien von Guanajuato. Sie datieren in verschiedene Epochen von der Steinzeit bis in die Gegenwart und finden sich auf fast alle Kontinente.

Die Mumifizierung wird vom Menschen künstlich hergestellt. Dafür werden die Organe  entfernt und der Körper einbalsamiert. Am besten bekannt sind die ägyptische Leichen von Menschen und Tieren, auch wenn es in vielen anderen Kulturen ebenfalls Mumien gab: „xaxo“ auf den kanarischen Inseln, die in Ziegenfellen eingenäht wurden,  oder die in sitzender Position eingewickelte Menschen in Peru, oder auch die buddhistischen Mönche in Japan, die Selbstmumifizierung praktizierten. 

Mumien faszinieren noch heute, wie die Fülle an Romanen zeugt. 1827 erschien das Buch „The Mummy“ und diente als Vorlage für unzählige Verfilmungen, in denen Mumien auch Untote genannt werden. 

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Babymumie aus Peru – Archäologie-online.de

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