Beiträge mit dem Schlagwort: Datierung

S wie …

Scherben

Eine Scherbe ist ein Bruchstück eines Tongefässes. Eigentlich bezeichnet das Wort Scherbe nur den Bruch eines Keramikgegenstandes. Also ein Gefäß aus Ton oder Porzellan. Manchmal wird auch gebrochenes Glas als Scherbe angesehen. Scherben werden in Unmengen bei Ausgrabungen gefunden.

Scherbentrocknen

Nach dem Waschen trocknen die Scherben in der Sonne (Sirkeli, Türkei) © Monamy

Der prähistorische Mensch hat seit dem Paläolithikum Terrakotta-Objekte für einen nicht-nutzbringenden Zweck geformt (Tierstatuetten wie Bären, Löwen, Nashörner, Pferde und Frauen, die als Venus bezeichnet werden), aber die Jägern und Sammlern in Asien begannen bereits damals, Keramik für das Kochen von Lebensmitteln zu formen, zehn Jahrtausende bevor die Landwirtschaft entstand, die traditionell mit der Neolithischen Revolution und der Notwendigkeit der Lagerung verbunden war.

Aufgrund ihrer Fülle und guten Erhaltung sind Scherben unverzichtbare Funde für die Datierung der archäologischen Befunde bzw. Schichten, von denen sie stammen. Sie sind auch Zeugen vieler menschlicher Aktivitäten, die wir parallel zu anderen Untersuchungsmethoden verstehen können.

Ziegel, Fliesen, Rohre, Geschirr, Amphoren, Gefäße, Urnen, Waagen, Öllampen, Skulpturen…. Keramik ist eines der häufigsten Materialien, die bei Ausgrabungen entdeckt wurden. Keramik bricht leicht, so dass sie häufig ausgetauscht wurde. Die Scherben, praktisch unveränderlich, erreichen uns nahezu unversehrt, unabhängig von den Lagerbedingungen.

Diese Massen von Scherben, erfordern eine sehr strenge methodische Behandlung. Die Fragmente werden gewaschen, sortiert, inventarisiert, wieder zusammengesetzt, gezeichnet und untersucht. Die Formen der Keramik, die verwendeten Materialien, die Dekorationen und die Techniken variieren mit der Zeit und dem Ort. Die Formen lassen sich auch an sehr kleinen Fragmenten erkennen: Ihre Krümmung zeigt an, ob sie aus einem Krug, einem Topf oder einem Teller stammen.

Kanne

Fragment einer Kanne (Sirkeli, Türkei) © Monamy

Scherben bringen Glück! Aber nur den Archäologen…. 😉

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D wie …

 

Dendrochronologie!

Der Begriff Dendrochronologie kommt aus dem griechischen „dendron“ Baum, „chronos“ Zeit und „logos“ Wissenschaft. Die Dendrochronologie befasst sich somit mit dem Alter der Bäume. Die Wissenschaft wird auch Baumringdatierung oder Jahresringforschung genannt.

Mit dieser Methode kann das Alter eines Baumes an Hand der Ringe erfasst werden. Jedes Jahr entsteht ein neuer Ring im Baumstamm. Je breiter der Ring desto besser waren die Wachstumsbedingungen. In schlechten Jahren (zu feucht oder zu trocken) sind die Ringe enger aneinander.

Leonardo da Vinci und Montaigne sollen die Jahresringe schon erwähnt haben. Und 1737 wurden die Jahresringe im Zusammenhang mit Geschichte genannt. erst im 20. Jh. kam es in der Dendrochronologie zum Durchbruch. die Vermessung der Jahresringe wurde in Diagramme eingetragen. Diese Datensammlung beinhaltete die Abfolge von schmalen und breiten Jahresringen von verschiedenen alten Bäumen, die sich aber zeitlich überlappten. So entstand die sogenannte „crossdating“-Methode, die auch das Alter abgestorbener und verbauten Bäumen ermöglicht. Für jede Baumart wird eine eigene Datierung erstellt.

Für einige Regionen kann eine lückenlose Jahresringtabelle für die letzten 10.000 Jahre erstellt werden, wie z.B. Eiche in Mitteleuropa.

In der Archäologie können mit dieser Methode Holzobjekte datiert werden. Besonders bei den Pfahlbauten oder Holzkonstruktionen ist diese Methode sehr hilfreich.

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Würzburg – Baumstamm einer Spessarteiche im Gebäude der Verkaufsstelle des Weingutes der Stiftung Juliusspital (Jahresringe von 1545 bis 1991), Klinikstr. 1 (Durchfahrt), Dauerleihgabe der Forstdirektion Würzburg. Wikimedia.

 

 

 

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C wie …

 

14C-Datierung

Unter 14C-Datierung oder 14C versteht man eine Methode oder ein Verfahren, das die Datierung kohlenstoffhaltiger Materialien ermöglicht. Diese Datierungsmöglichkeit wird auch Radiokarbon oder Radiokohlenstoffdatierung genannt. Zeitlich können insbesondere organische Materialien zwischen 300 und 60.000 Jahren datieren.

Ich möchte nicht zu tief in Details gehen, aber diese Datierungsmethode beruht auf die Menge der radioaktiven 14C-Atomen in einem gestorbenen Organismus. Diese radioaktiven 14C-Atomen nehmen ab dem Moment der Absterbens ab (auch bekannt unter Zerfallsgesetz in der Physik). Bei lebenden Organismen ist diese Datierung nicht möglich, das sie andauernd Kohlenstoff aus ihrer Umwelt aufnehmen.

Diese Datierungsmöglichkeit wird hauptsächlich in der Archäologie und da speziell in der Archäobotanik (Wissenschaft, die ich mit Pflanzen und ihre Geschichte durch pflanzlichen Funden in der Archäologie befasst. Sie hilft die Fauna einer Epoche zu rekonstruieren) und in der Quartärforschung angewandt. Erfunden und entwickelt wurde sie vom Chemie-Nobelpreisträger Willard Libby.

Die 14C-Datierung misst also die 14C-Atomen in einem abgestorbenen organischem Material. Das Ergebnis ist eine Zeitspanne, die uns ein ungefähres Alter des untersuchten Material geben kann.  

Ein gutes bildliches Beispiel habe ich hier gefunden: https://m.tagesspiegel.de/wissen/altersbestimmung-lineal-fuer-die-vergangenheit/7272440.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

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