Beiträge mit dem Schlagwort: Essen

Ode an die Freude am Essen – Beethovens Leibspeisen

Heute vor…

250 Jahre wurde Ludwig van Beethoven geboren. Im „Beethoven-Jahr“ 2020 kann ich es mir nicht nehmen lassen auch einen Beitrag zu seinen Essgewohnheiten zu leisten!

Wissen wir eigentlich was Ludwig van Beethoven gerne aß? Konnte er kochen? 

Über Beethoven (17.12.1770 – 26.03.1827) ist viel geschrieben worden. Unser Glück heute, denn so können wir uns ein relativ gutes Bild seines Lebens und seines Alltags machen. Er selbst schrieb vieles akribisch nieder und kontrollierte peinlichst genau was seine Speisekammer beinhaltete. Einige Blätter seiner Haushaltsbücher sind uns erhalten. Neben Briefen und Blättern dieser Haushaltsbücher sind die Konversationshefte wichtige Informationsquellen. Freunde und Bekannte äußerten sich auch immer wieder über seine (Tisch-) Manieren. 

Ofen im Haus der Musik

Beethoven war ein alleinstehender Mann mit empfindlichem Magen.  Das war einer der Gründe warum er genau auf seine Nahrung und die Qualität seiner Speisen achtete. Wie viele andere Musiker auch wird er wahrscheinlich bei Schülern, Freunden und Bekannten zum Essen eingeladen worden sein. 1805 besetzten Napoleons Truppen Wien.  Die Lebensmittelversorgung wurde schwieriger und die Qualität der Wirtshäuser schlechter. Dementsprechend stellte Beethoven, der nicht gut kochen konnte, eine Haushälterin ein (Brief von Beethoven an seinem Freund Nikolaus Zmeskall – November 1809). Lob gab es für die Haushälterin selten! 

Dass er nicht gut kochen konnte wurde von seinem Bekannten Ignaz von Seyfried 1803 schriftlich festgehalten. Dieser schildert ein Erlebnis als Beethoven einmal selbst für seine Gäste den Kochlöffel geschwungen hatte. Womöglich um sich (?) und allen zu beweisen, dass es nicht so schwer sein kann zu kochen.

Auszug aus einem Brief. In: Die gute Kocherey. Aus Beethovens Speiseplänen“ S.5.

Er war ein Künstler. Sein Fokus lag auf der Musik. Heutzutage würden wir sagen, er wäre ein Messi! Auf und unter den zwei oder drei Klavieren und in der gesamten Wohnung lagen zwischen Notenblättern und Kleidung Teller mit Essensresten, leere Flaschen und Bücher.

Eines seiner Leibgerichte war Fisch. Das war in dieser Zeit eher ungewohnt und deshalb teuer. Da er sich Fisch nicht leisten wollte um alleine davon zu essen, lud er immer wieder Freunde und Bekannte zum Essen ein. Man darf aber nicht vergessen, dass er einer Gesellschaftsschichte angehörte, die 4 bis 5 Speisen bzw. Gänge aß. In wohlhabenden bürgerlichen Familien bot man Gästen zwischen 5 und 6 Gänge. Freunde und Gäste schrieben ihm, dass 4 oder 5 “Schüsseln” (= Gänge) zu viel wären. Aber jeder, der schon einmal alleine gewohnt hat weiß, dass alleine zu essen keine Freude bereitet. Beethoven aß wenig wenn er alleine war und abends besonders wenig. Essen ist auch etwas Gesellschaftliches und da sind mehrere Gänge ganz normal. 

Wild stand ebenfalls auf Beethovens Speiseplänen. Seine Haushälterinnen wurden nach den Kochkriterien ausgesucht, ob sie Wild und Fisch zubereiten konnten!

Sonst aß Beethoven sehr gerne „mac n‘ cheese“ (Makkaroni mit Käse)!  Wobei er unter Makkaroni nicht die Nudeln mit Loch meinte, sondern das, was wir heute als Spaghetti kennen. Der Käse war meistens Parmesan…

Um diesen Blogeintrag zu schreiben, habe ich mich zum größten Teil an einen Besuch im Haus der Musik (www.hausdermusik.com) erinnert und dem sehr interessanten Buch „Die gute Kocherey. Aus Beethovens Speiseplänen“ bezogen. Das Kunstmuseum Bonn hat ebenfalls über dieses Thema geschrieben. Des weiteren hat der ORF III einige Sendungen im November 2020 zu Beethoven gebracht.

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Q wie …

Quellen

Woher wissen wir so vieles über unsere Vorfahren?  Quellen helfen uns in diesem Fall weiter. Was sind Quellen? Quellen sind „alle Texte,  Gegenstände oder Tatsachen,  aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann“. So definiert der deutsche Historiker Paul Kirns (1890 -1965) den Begriff Quelle  in seiner „Einführung in die Geschichtswissenschaft. Natürlich muss die Forschungsrichtung bzw. das Forschungstehema des jeweiligen Forschers berücksichtigen,  denn es können andere Definitionen hinzugefügt werden. Sekundärliteratur sind keine Quellen. Diese sind moderne Fachliteratur. Eine Quelle wäre z.B die Tontafel 4644 aus der Yale Babylonian Collection, worauf einige Rezepte aus der Zeit von Hammurabi zu lesen sind. Sekundärliteratur sind alle Abhandlungen zu dieser Tontafel wie Übersetzungen,  Kommentare oder Analysen zum Inhalt.

Für meinen Bereich der Essgewohnheiten in der Antike gibt es verschiedene Arten von Quellen: Texte und Inschriften für Mesopotamien und das Römische Reich (Rezepte oder sogar Kochbücher, Rationenlisten, Lieferlisten an den Palast,  usw…), archäologische Befunde wie Müllgruben (mit Essensreste oder Küchenabfälle), Kochinstallationen (Feuerstelle, Küchen usw…) oder Funde (zum Unterschied zwischen Funde und Befunde siehe meinen Beitrag zum Thema „Grabung) wie Töpfe (ganz oder zerbrochen), bildliche Darstellungen von Festen oder Essensszenen (Wandmalereien aus Pompeji oder die Wandreliefs in den assyrischen Palästen), Gefässe aber auch verkohlte Samenreste, die Dank der Archäobotanik analysiert werden können.

All diese Informationen aus verschiedenen Quellen ermöglichen uns mehr oder weniger genaueren Blick in antike Kochtöpfe werfen zu können!

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Gefangene bekommen Essen,  Neuassyrisches Reich

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Alte Rezepte

Immer wieder versuche ich alte Rezepte nachzukochen, um sie eventuell in meinem Rezeptrepertoir aufzunehmen. So bringe ich auch abwechslungsreiche Geschmackserlebnisse in die antiken Kochkurse.

Ab Herbst 2020 werden Antike Kochkurse mit Rezepten aus dem Mittelalter angeboten. Deshalb lag diesmal der Schwerpunkt auf Rezepte aus der Zeit zwischen 500 und 1500 n. Chr. in Europa. Für diese Zeit gibt es schon einige Kochbücher in altfranzösischer,  altitalienischer und altdeutschen Sprache wie z.B.  „das Buoch von guoter Spis“ (1345-1352)  oder „Niederdeutsche Kochbuch“ (~1500 ) oder auch „de honesta voluptate er valetudine (1474).

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Mittelalterlicher rote Rüben Salat

 

Wer Lust bekommen hat Rezepte aus dem Mittelalter nachzukochen und neue oder außergewöhnliche Geschmäcker auszuprobieren findet hier demnächst die Termine.

 

 

 

 

 

 

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Gallische Champignons

 

Seit 4 Wochen gibt es keine antiken Kochkurse mehr. Das stimmt mich sehr traurig. 😣😥 Aber ich habe mir überlegt,  wie ich euch antikes Essen trotz körperlicher Distanz,  also kontaktlos, näher bringen kann 👍🏻😀.

Nach einem ersten Schritt-für-Schritt Video eines mesopotamischen Rezeptes,  folgt nun eines aus der Zeit der Kelten: Champignons oder Steinpilze nach gallischer Art…

 

 

Ich bin gespannt, wie es euch schmeckt. Wer kocht es nach und postet ein eigenes Foto als Kommentar ? Ich freue mich auf Rückmeldungen.

 

 

 

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Was sind Antike Kochkurse?

Archeomuse bietet seit 2015 eine innovative Alternative Archäologie und Geschichte zu erleben, ganz nach dem Motto: “ Archäologie mit allen Sinnen erleben“.

Durch die entspannte Atmosphäre bei einem Kochkurs, wo gemeinsam alte Gerichte nachgekocht werden, wird das Wissen über Antike Koch-und Essgewohnheiten von der Steinzeit bis ins Mittelalter angenehmer vermittelt.

 

 

Durch die Covid19-Krise, die derzeit die Welt beherrscht, finden keine antiken Kochkurse statt. Hier finden Sie die Termine,  sobald das Leben im öffentlichen  Raum wieder möglich ist.

Bis dahin können Sie Gutscheine kaufen. „Gerade jetzt haben wir nicht die Möglichkeit, alles zu machen, was wir gerne möchten. Friseurtermin, Shoppingtrip & Restaurantbesuch müssen jetzt eben warten. Doch du kannst dir jetzt schon einen Gutschein sichern und ihn später einlösen. Das sorgt nicht nur dafür, dass du die Kleinunternehmen unterstützt, sondern steigert auch die Vorfreude. Und die ist bekanntlich die schönste Freude!“ Sagen die Initiatoren der Plattform www.zusammen-leiwand.at

Genauso unterstützt derzeit die Homepage coronasupportboard.com  kleine Betriebe. Danke für Ihre Unterstützung!

 

 

 

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