Beiträge mit dem Schlagwort: Excavation

G wie …

 

Grabung

Eine Grabung oder Ausgrabung ist das Freilegen eines archäologischen oder paläontologischen Befundes oder Fundes. Archäologen unterscheiden zwischen Befund und Fund: Ein Befund ist ein Fundkontext, eine unbewegliche Struktur während ein Fund ein beweglicher Gegenstand ist. Eine Mauer,  ein Fußboden,  ein Grab oder eine Grube sind Befunde, ein Skelett,  ein Topf,  Kleidungsstücke,  Schmuck, eine Pfeilspitze dagegen sind Funde. Ein Fund ohne Befund kann nur wenig Auskunft geben.

Archäologen unterscheiden zwischen einer Rettungsgrabung (auch Notgrabung genannt) und einer Forschungsgrabung.  Bei letzterem stehen ausreichend finanzieller Mittel und Zeit für eine ausführliche und umfassende wissenschaftliche Forschung während bei der Notgrabung eine bevorstehende oder schon vorangegangene Baumaßnahme die Befunde und Funde gefährden oder schon beschädigt haben. Derzeit finden kaum Forschungsgrabungen in Europa statt. Die meisten Archäologen sind durch die vielen Bautätigkeiten in den Städten oder Autobahnausdehnungen mit Rettungsgrabungen ausgelastet.

tn_Ausgrabungen der Uni Jena in Portugal, September 2011

Ich habe selbst im Winter 2007-2008 in Bayern bei Ausgrabungen in Zuge der A8-Erweiterung zwischen München und Augsburg bei solch einer Notgrabung gearbeitet. Neben der Kälte und dem eingefrorenen Boden wurde die Arbeit durch den Autobahnlärm sowie die Bagger ein paar Meter entfernt erschwert. Auch de Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, was ich aus Forschungsgrabungen im Orient nicht kannte. Meine erste praktische Erfahrung in der Archäologie überhaupt war eine Notgrabung in Zentralfrankreich (in der Nähe von Limoges).  Ein Einkaufszentrum wurde gebaut und beim ersten Spatenstich wurden Reste einer, wie sich später herausgestellt hatte, gallischen Siedlung entdeckt. Obwohl die Zeit drängte, hatte sich der zuständige Archäologe sehr viel Zeit genommen,  um mich einzuschulen.

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Einsatz von Baggern in der Ausgrabung

Eine Grabung ist per Definition eine Zerstörung,  da wir uns Schicht für Schicht vorarbeiten und die Erde abtragen. Dementsprechend kann eine Grabung auch nicht wiederholt werden. Deshalb ist die Dokumentation schon während der Ausgrabung extrem wichtig. Die Dokumentation besteht aus Zeichnungen, Fotos,  Messungen usw… Auch in Zeiten der Digitalisierung greifen Archäologen gern zum Bleistift und Papier. Aber auch die Hightech hat die Forschung erreicht: Heutzutage kommen digitale Messverfahren in unterschiedlicher Ausprägung (Teodolit, 3-D Modelle, AR und VR Rekonstruktionen, LIDAR usw…) zum Einsatz. Archäologische Projekte gleichen daher nicht selten Hightech-Unternehmungen.

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Magnetresonanz

 

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A wie …

 

Archäologie!

Heuer im Advent möchte ich jeden Tag einen anderen, eventuell neuen, Einblick in meinen Beruf geben. Und das in alphabetischer Reihenfolge!!!

Am 1. Dezember fangen wir also mit „A“ an.  „A“ wie Archäologie!

Der Begriff Archäologie leitet sich von den griechischen Wörtern „archeo“ und „logos“ ab. „archeo“ bedeutet „alt“ und „logos“ „Wissenschaft“. Dementsprechend ist die Archäologie die Wissenschaft, die das Alte studiert. Je nach Land wird die Archäologie in verschiedene Bereiche unterteilt: in Deutschland und Österreich z.B. gibt es die Vor- und Frühgeschichte (von der Steinzeit bis zu den Kelten), die Klassische Archäologie (Griechenland und Rom), die Provinzialrömische Archäologie (das gesamte Römischen Reich), die alte Geschichte, die Geschichte des Mittelalters und die Neue Geschichte, nur um die wichtigstenzu nennen. Dann gibt es noch spezifische Studienrichtungen wie z.B. die Vorderasiatische Archäologie,  die Archäologie Chinas,  die Archäologie Lateinamerikas,  die Ägyptologie usw…. Im englischsprachigen Raum befasst das Studium der Archäologie ein breiteres Spektrum,  es ist nicht nur auf eine Periode oder einen geographischen Rahmen begrenzt. Alle Bereiche befassen sich mit dem Menschen und seinem Leben.

E.Monamy

Ausgrabung in Zafar / Jemen 2009

Archäologen lüften die Geheimnisse unserer Vorfahren durch Ausgrabungen und dem Studium der gefundenen Überreste.  Diese Überreste können kleine Funde sein wie Schmuck,  Statuetten, Siegel,  Skelette, Alltagsgegenstände oder größere wie Architekturreste (Mauern,  Gräbern, ganze Gebäude oder ganze Städte) oder auch schriftliche Überlieferungen wie Texte und  Inschriften.

Die Ausgrabung ist der beste Weg um Informationen aus der Erde zu bekommen. Doch eine Grabung kann nicht wiederholt werden, da wir beim Graben die Besiedlungssschichten zerstören. Deshalb ist die Dokumentation während der Grabung extrem wichtig. Die Dokumentation besteht aus Zeichnungen, Fotos,  Messungen usw… Dazu kommen wir noch in einem späteren Beitrag genauer zu sprechen.

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Archäologen arbeiten sehr eng mit anderen Wissenschaftlern zusammen: Texte und Inschriften werden von Philologen näher untersucht,  organische Materialien (Holz, Stoffe,  Haut, Lebensmittel…) werden von  Naturwissenschaftlern unter die Lupe genommen. Fotografen richten jedes Objekt ins richtige Licht und Zeichner können jedes noch so kleines Detail erkennen.

Archaeologie

Archäologen arbeiten nicht nur draußen bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, sondern auch in Museen,  in Forschungsinstituten oder unterrichten an einer Universität.

 

 

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