Beiträge mit dem Schlagwort: Grabung

U wie …

Unterwasser Archäologie

Die Unterwasserarchäologie beschäftigt sich mit allen archäologischen Funden und Befunden, die unter Wasser gefunden werden. Unterwasser bedeutet auf dem Grund von Meeren, Seen und Flüssen, Brunnen und  Höhlen. Alles was unter Wasser gefunden wird (antike Schiffswracks und Ruinen) sind durch die UNESCO „Konvention zum Schutz des Kulturerbes unter Wasser“ geschützt.

Um unterwasser arbeiten  und Forschungen betreiben zu können, gibt es zwei Methoden: Einerseits werden Archäologen zu Tauchern ausgebildet, die nicht nur unterwasser schwimmen sondern auch arbeiten können; und andererseits kann es sein, dass ein abgegrenztes Gebiet trockengelegt werden muss, um es besser und sinnvoller auszugraben und zu bergen. So wurde z.B. der bekannte Hafen von Haithabu trocken gelegt, um ein Handelsschiff zu bergen.

Außer im Falle von Plünderungen liefert ein sinkendes Schiff eine intakte Ladung. Keine andere Dokumentationsquelle kann ein so genaues Bild der Handelsströme aus der Antike oder neueren Perioden vermitteln.

 

Kategorien: Adventskalender | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

G wie …

 

Grabung

Eine Grabung oder Ausgrabung ist das Freilegen eines archäologischen oder paläontologischen Befundes oder Fundes. Archäologen unterscheiden zwischen Befund und Fund: Ein Befund ist ein Fundkontext, eine unbewegliche Struktur während ein Fund ein beweglicher Gegenstand ist. Eine Mauer,  ein Fußboden,  ein Grab oder eine Grube sind Befunde, ein Skelett,  ein Topf,  Kleidungsstücke,  Schmuck, eine Pfeilspitze dagegen sind Funde. Ein Fund ohne Befund kann nur wenig Auskunft geben.

Archäologen unterscheiden zwischen einer Rettungsgrabung (auch Notgrabung genannt) und einer Forschungsgrabung.  Bei letzterem stehen ausreichend finanzieller Mittel und Zeit für eine ausführliche und umfassende wissenschaftliche Forschung während bei der Notgrabung eine bevorstehende oder schon vorangegangene Baumaßnahme die Befunde und Funde gefährden oder schon beschädigt haben. Derzeit finden kaum Forschungsgrabungen in Europa statt. Die meisten Archäologen sind durch die vielen Bautätigkeiten in den Städten oder Autobahnausdehnungen mit Rettungsgrabungen ausgelastet.

tn_Ausgrabungen der Uni Jena in Portugal, September 2011

Ich habe selbst im Winter 2007-2008 in Bayern bei Ausgrabungen in Zuge der A8-Erweiterung zwischen München und Augsburg bei solch einer Notgrabung gearbeitet. Neben der Kälte und dem eingefrorenen Boden wurde die Arbeit durch den Autobahnlärm sowie die Bagger ein paar Meter entfernt erschwert. Auch de Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, was ich aus Forschungsgrabungen im Orient nicht kannte. Meine erste praktische Erfahrung in der Archäologie überhaupt war eine Notgrabung in Zentralfrankreich (in der Nähe von Limoges).  Ein Einkaufszentrum wurde gebaut und beim ersten Spatenstich wurden Reste einer, wie sich später herausgestellt hatte, gallischen Siedlung entdeckt. Obwohl die Zeit drängte, hatte sich der zuständige Archäologe sehr viel Zeit genommen,  um mich einzuschulen.

44660566_303

Einsatz von Baggern in der Ausgrabung

Eine Grabung ist per Definition eine Zerstörung,  da wir uns Schicht für Schicht vorarbeiten und die Erde abtragen. Dementsprechend kann eine Grabung auch nicht wiederholt werden. Deshalb ist die Dokumentation schon während der Ausgrabung extrem wichtig. Die Dokumentation besteht aus Zeichnungen, Fotos,  Messungen usw… Auch in Zeiten der Digitalisierung greifen Archäologen gern zum Bleistift und Papier. Aber auch die Hightech hat die Forschung erreicht: Heutzutage kommen digitale Messverfahren in unterschiedlicher Ausprägung (Teodolit, 3-D Modelle, AR und VR Rekonstruktionen, LIDAR usw…) zum Einsatz. Archäologische Projekte gleichen daher nicht selten Hightech-Unternehmungen.

magnetisme

Magnetresonanz

 

Kategorien: Adventskalender | Schlagwörter: , , , , , , , , , | Ein Kommentar

Create a website or blog at WordPress.com