Beiträge mit dem Schlagwort: Hammurabi

Q wie …

Quellen

Woher wissen wir so vieles über unsere Vorfahren?  Quellen helfen uns in diesem Fall weiter. Was sind Quellen? Quellen sind „alle Texte,  Gegenstände oder Tatsachen,  aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann“. So definiert der deutsche Historiker Paul Kirns (1890 -1965) den Begriff Quelle  in seiner „Einführung in die Geschichtswissenschaft. Natürlich muss die Forschungsrichtung bzw. das Forschungstehema des jeweiligen Forschers berücksichtigen,  denn es können andere Definitionen hinzugefügt werden. Sekundärliteratur sind keine Quellen. Diese sind moderne Fachliteratur. Eine Quelle wäre z.B die Tontafel 4644 aus der Yale Babylonian Collection, worauf einige Rezepte aus der Zeit von Hammurabi zu lesen sind. Sekundärliteratur sind alle Abhandlungen zu dieser Tontafel wie Übersetzungen,  Kommentare oder Analysen zum Inhalt.

Für meinen Bereich der Essgewohnheiten in der Antike gibt es verschiedene Arten von Quellen: Texte und Inschriften für Mesopotamien und das Römische Reich (Rezepte oder sogar Kochbücher, Rationenlisten, Lieferlisten an den Palast,  usw…), archäologische Befunde wie Müllgruben (mit Essensreste oder Küchenabfälle), Kochinstallationen (Feuerstelle, Küchen usw…) oder Funde (zum Unterschied zwischen Funde und Befunde siehe meinen Beitrag zum Thema „Grabung) wie Töpfe (ganz oder zerbrochen), bildliche Darstellungen von Festen oder Essensszenen (Wandmalereien aus Pompeji oder die Wandreliefs in den assyrischen Palästen), Gefässe aber auch verkohlte Samenreste, die Dank der Archäobotanik analysiert werden können.

All diese Informationen aus verschiedenen Quellen ermöglichen uns mehr oder weniger genaueren Blick in antike Kochtöpfe werfen zu können!

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Gefangene bekommen Essen,  Neuassyrisches Reich

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H wie …

 

Hammurabi

Heute möchte ich einen wichtigen Herrscher aus Babylon  vorstellen. Hammurabi ist vielleicht durch seine Gesetzesstele am besten bekannt, dem sogenannten Kodex Hammurabi.  Er regierte von 1.792 bis 1.750 v. Chr. über das Reich von Babylon. Er gilt auch als einer der größten Könige Babylons. Er hatte von seinem Vater ein kleines Reich um Babylon geerbt. Nach einer langen Herrschaft und einer hartnäckigen und kontinuierlichen Politik der Annexion, mit abwechselnd Überzeugung oder Gewalt, unterwarf er allmählich die benachbarten Stadt-Staaten. Hammurabi verfügte über ein wichtiges und breites Netz von Botschaftern in vielen wichtigen Stadtstaaten, aber es ist wahr, dass dies ein kurzlebiges Imperium war, das nach seinem Tod zusammenbrach.

 

Der Kodex Hammurabi

Berühmt geworden ist Hammurabi hauptsächlich durch die älteste vollständig erhaltene Rechtssammlung. Zwischen einem Prolog und einem Epilog sind 282 Gesetze erhalten. Die Originalstele wurde in Susa (Iran) gefunden und befindet sich jetzt im Louvre Museum in Paris nachdem sie 1902 bei Ausgrabungen gefunden wurde. Wie die Stele nach Susa kam und wo sie ursprünglich stand sind noch ungeklärt.

Dieser Kodex ist weder einzigartig noch die älteste Rechtssammlung. Schon 3.000 Jahre früher hat König Ur-Nammu aus Sumer seine Gesetze niedergeschrieben. Und auch kurz vor Hammurabi ließ König Lipit-Ištar aus Isin eine Gesetzesstele  errichten. Doch diese zwei Beispiele sind nicht vollständig erhalten. Die allgemeine Schätzung gilt nicht dem Recht, sondern dem literarischen Kunstwerk. Das Recht folgt einem einfachen Prinzip: die Vergeltung. Viele Gesetze fangen mit dem Wort „šumma“ an. Übersetzt bedeutet es „wenn“. Beispiel §195: „Wenn ein Kind seinen Vater geschlagen hat, so wird man ihm die Hände abschneiden“. Die Gesetze betreffen Staatsrecht, Liegenschaftsrecht, Schuldrecht, Eherecht, Erbrecht, Strafrecht, Mietrecht und Viehzucht- sowie Sklavenrecht.

 

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Kopie des Kodex Hammurabi in der UNO in Wien

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