Beiträge mit dem Schlagwort: Paläontologie

T wie …

T-Rex

T-Rex, der wohl bekannteste Dinosaurier, steht hier für alle Dinosaurier! Heute ein eher kurzer Beitrag, da wir Archäologen einfach keine Dinos ausgraben! Ich wollte es einfach mal los werden!!!!

Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Archäologen Dinosaurier ausgraben – das machen wir nicht! Wir überlassen das den Paläontologen. Die Archäologie ist die Erforschung der menschlichen Vergangenheit (siehe dazu meinen Beitrag A wie Archäologie), und es besteht eine ungefähre Lücke von 64 Millionen Jahren zwischen dem Aussterben der Dinosaurier und der menschlichen Evolution.

Wer es auf eine musikalische Art erklärt bekommen möchte, der möge sich bitte folgen Song anhören: We don’t do dinosaurs

NoDinos

gefunden auf Pinterest

 

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G wie …

 

Grabung

Eine Grabung oder Ausgrabung ist das Freilegen eines archäologischen oder paläontologischen Befundes oder Fundes. Archäologen unterscheiden zwischen Befund und Fund: Ein Befund ist ein Fundkontext, eine unbewegliche Struktur während ein Fund ein beweglicher Gegenstand ist. Eine Mauer,  ein Fußboden,  ein Grab oder eine Grube sind Befunde, ein Skelett,  ein Topf,  Kleidungsstücke,  Schmuck, eine Pfeilspitze dagegen sind Funde. Ein Fund ohne Befund kann nur wenig Auskunft geben.

Archäologen unterscheiden zwischen einer Rettungsgrabung (auch Notgrabung genannt) und einer Forschungsgrabung.  Bei letzterem stehen ausreichend finanzieller Mittel und Zeit für eine ausführliche und umfassende wissenschaftliche Forschung während bei der Notgrabung eine bevorstehende oder schon vorangegangene Baumaßnahme die Befunde und Funde gefährden oder schon beschädigt haben. Derzeit finden kaum Forschungsgrabungen in Europa statt. Die meisten Archäologen sind durch die vielen Bautätigkeiten in den Städten oder Autobahnausdehnungen mit Rettungsgrabungen ausgelastet.

tn_Ausgrabungen der Uni Jena in Portugal, September 2011

Ich habe selbst im Winter 2007-2008 in Bayern bei Ausgrabungen in Zuge der A8-Erweiterung zwischen München und Augsburg bei solch einer Notgrabung gearbeitet. Neben der Kälte und dem eingefrorenen Boden wurde die Arbeit durch den Autobahnlärm sowie die Bagger ein paar Meter entfernt erschwert. Auch de Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, was ich aus Forschungsgrabungen im Orient nicht kannte. Meine erste praktische Erfahrung in der Archäologie überhaupt war eine Notgrabung in Zentralfrankreich (in der Nähe von Limoges).  Ein Einkaufszentrum wurde gebaut und beim ersten Spatenstich wurden Reste einer, wie sich später herausgestellt hatte, gallischen Siedlung entdeckt. Obwohl die Zeit drängte, hatte sich der zuständige Archäologe sehr viel Zeit genommen,  um mich einzuschulen.

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Einsatz von Baggern in der Ausgrabung

Eine Grabung ist per Definition eine Zerstörung,  da wir uns Schicht für Schicht vorarbeiten und die Erde abtragen. Dementsprechend kann eine Grabung auch nicht wiederholt werden. Deshalb ist die Dokumentation schon während der Ausgrabung extrem wichtig. Die Dokumentation besteht aus Zeichnungen, Fotos,  Messungen usw… Auch in Zeiten der Digitalisierung greifen Archäologen gern zum Bleistift und Papier. Aber auch die Hightech hat die Forschung erreicht: Heutzutage kommen digitale Messverfahren in unterschiedlicher Ausprägung (Teodolit, 3-D Modelle, AR und VR Rekonstruktionen, LIDAR usw…) zum Einsatz. Archäologische Projekte gleichen daher nicht selten Hightech-Unternehmungen.

magnetisme

Magnetresonanz

 

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