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T.E. Lawrence

Heute vor….

138 Jahren wurde Thomas Edward Lawrence geboren.

Da ich im Nahen Osten aufgewachsen bin, ist mir Lawrence seit Kindesbeinen ein bekannter Name. Ich bin auf Teilen der Hedjaz-Bahn Trasse in Saudi-Arabien gefahren und sah viele zerstörte Osmanische Züge und Stationen. Während meines Archäologie-Studiums in Beirut reiste ich sehr viel im Libanon aber auch in Syrien und Jordanien herum. Immer wieder kam ich zu Fundorten, wo Lawrence lebte (z.B. Qasr Azrak in Jordanien) oder forschte (z.B. die Kreuzritterburgen Krak, Qala’at Salahaldin in Syrien).

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Das Britische Grabungshaus in Carchemish 2019 (©Monamy)

Lawrence wurde am 16. August 1888 in Wales geboren und interessiert sich sehr früh für Geschichte. Im Sommer 1907 radelt er durch Frankreich um sich die Mittelalter-Burgen (u.a. Carcasson, Aigues-Mortes und Château Gaillard), 1909 reist er nach Syrien und in den Libanon, um die Kreuzritterburgen zu studieren. Seine Ergebnisse publiziert er in seinem bekannten Werk „Seven pillars of Wisdom“ (die Sieben Säulen der Weisheit).  Ab 1910 nimmt er an verschiedenen Grabungen im Nahen Osten (Beirut und Byblos im Libanon und Carchemish halb in der Türkei und Syrien unter der Leitung von Leonard Woolley, Kafr Ammar in Ägypten unter der leitung von Flinders Petrie) teil.  Er assimiliert sich leicht: er lernt nicht nur die Sprache bzw. Dialekte, sondern auch die Gebräuche der Einheimischen. Seine vielen Reisen nach Syrien, sein gemeinsames Leben mit den Arabern, das Tragen ihrer Kleidung, das Kennenlernen ihrer Kultur würden sich später als unschätzbar wertvoll erweisen.

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T. E. Lawrence 1918 (©Wikipedia)

1914 wird Lawrence von der Britischen Armee auf die Sinai Halbinsel geschickt, wo er Aqaba und auch Petra besichtigt. 1916 wurde er nach Kairo berufen, wo er als Leutnant für den britischen Militärgeheimdienst arbeitete. Seine sehr guten Kenntnisse über die Araber machten ihn zu einem idealen Verbindungsmann zwischen den britischen und arabischen Streitkräften. Lawrence Hauptbeitrag zu den britischen Bemühungen bestand darin, die Araber davon zu überzeugen, ihre Bestreben zu koordinieren, um den britischen Interessen zu helfen. Insbesondere überredete er die Araber, ihre Stellungen an der Hedjaz-Küste zu festigen und die Osmanen nicht sofort aus Madinah zu vertreiben, was die Türken zwang, viele Truppen zum Schutz der Stadt zu behalten. Die Araber sprengten die Hedjaz-Eisenbahnlinie (die Medina versorgte) was mehr osmanische Truppen zum Schutz und zur Instandsetzung der Strecke immobilisierte und hinderten den Feind daran, im Sinai und dann in Palästina Verstärkung gegen die Briten zu bekommen. Lawrence trägt eine arabische Tracht, reitet auf einem Kamel, übernimmt viele lokale Bräuche und nähert sich bald Prinz Faisal an. Gegen Ende des Krieges versuchte er erfolglos, seine Vorgesetzten vom Interesse der syrischen Unabhängigkeit für das Vereinigte Königreich zu überzeugen, insbesondere indem er die Araber von religiösen Prinzipien ablenkte, um in eine politische Logik im Stil moderner Staaten zu investieren. Aber das Interesse des Westens bestand darin, den Nahen Osten zu zerstückeln.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit arbeitete Lawrence für das Auswärtige Amt und nahm zwischen Jänner und Mai 1919 als Mitglied der Delegation Faisals an der Pariser Friedenskonferenz teil. Danach war er bis Ende 1921 als Berater von Winston Churchill im Kolonialbüro tätig. Er und die Orientalistin Gertrude Bell erlangten für Faisal, der gerade den Thron Syriens verloren hatte, die Krone des Irak. Er musste die Armee am Ende seines Vertrags im März 1935 widerwillig verlassen.

Am 13. Mai 1935 verlor er im Regen auf seinem Motorrad bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über seine Maschine, als er versuchte, zwei jungen Radfahrern auszuweichen. Er starb am 19. Mai.

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